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MS Deutschland und der Kampf um die Sterne

Von admin, 25. August 2010 16:32

Die MS Deutschland, erst vor einigen Monaten durch einen Brand in Norwegen in aller Munde gewesen, macht nun erneut auf sich aufmerksam. Der Grund: Eventuell darf man bald nicht mehr nach den Sternen greifen und mit der Kategorie “5 Sterne plus” werben.

Alle Details erschienen in einem Kurzbericht der Süddeutschen:

Berlin (dpa/tmn) – Keine Hotelsterne mehr für die «MS Deutschland»: Das Landgericht Berlin hat dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) jetzt untersagt, das ZDF-«Traumschiff» mit «Fünf Sterne Superior» zu klassifizieren.

Dies gilt zumindest so lange, wie es keine speziellen Dehoga-Bewertungskriterien für Kreuzfahrtschiffe gibt, heißt es in dem Urteil (Aktenzeichen: 16 O 479/08). Das Schiff der Peter Deilmann Reederei hat die Dehoga-Auszeichnung im April 2005 erhalten und darf sich als einziges Kreuzfahrtschiff überhaupt mit den Hotelsternen schmücken. Dagegen hatte die Reederei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten aus Hamburg geklagt. Der Hotelverband Deutschland in Berlin plant nach Angaben seines Hauptgeschäftsführers Markus Luthe, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen.

Das Landgericht hielt die Zertifizierung unter anderem deshalb für unzulässig, weil die Hotelbranche keine Sterne an Schiffe vergibt, die nicht unter deutscher Flagge fahren. Dadurch werde nicht das gesamte, für deutsche Urlauber problemlos zugängliche Schiffsangebot abgedeckt. Unter ausländischer Flagge fahren zum Beispiel die Clubschiffe von Marktführer Aida Cruises, die in Italien registriert sind. Bei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten ist es die Flagge der Bahamas.

Außerdem stelle der auf Hotels an Land zugeschnittene Kriterienkatalog «von vornherein keinen geeigneten Maßstab für die Bewertung von Kreuzfahrtschiffen dar», urteilte das Gericht. Die Hotelgarage oder der Konferenzbereich seien an Bord eines Schiffes bedeutungslos. Andere Gesichtspunkte wie der Lärm der Motoren und Maßnahmen dagegen, die für Seereisende wichtig sein könnten, würden dagegen nicht erfasst. Darüber hinaus seien die Kabinen der «MS Deutschland» nicht so groß, wie es von Hotels der Kategorie «Fünf Sterne Superior» an Land gefordert wird. Insgesamt wecke die Auszeichnung Erwartungen an Ausstattung und Komfort, «die die ‘MS Deutschland’ nicht erfüllt», befanden die Richter der Zivilkammer.

Für Hotelverbands-Hauptgeschäftsführer Luthe hat das Urteil eine «grundsätzliche Bedeutung». Der Verband werde es deshalb von höherer Instanz überprüfen lassen, sagte er. Auch künftig «nicht vorstellbar» sei für ihn, dass die Dehoga eigene Beurteilungskriterien für Kreuzfahrtschiffe erstellt oder Schiffe bewertet, die unter der Flagge anderer Länder unterwegs sind.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich ein Gericht mit einer Beurteilung des «Traumschiffs» befasst hat. 1998 – und damit im Jahr, in dem die «MS Deutschland» erstmals auf Reisen ging – untersagte das Landgericht Hamburg dem Berlitz-Verlag, das Schiff in seinem Kreuzfahrtenführer mit der Note «Vier-Sterne-plus» zu bewerten. Damals hatte die Deilmann-Reederei selbst geklagt, weil sie eine bessere Beurteilung ihres Schiffes für angemessen hielt. Die deutsche Ausgabe des Berlitz-Führers wurde damals komplett eingestampft. Das vom britischen Kreuzfahrtexperten Douglas Ward jährlich neu aufgelegte Buch kommt seitdem nur noch auf Englisch in den Handel.

Quelle: http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1031141

Wir meinen: Auch wenn die Deutschland ein tolles Schiff ist und viele etwas ältere Kreuzfahrer es lieb gewonnen haben, so ist die Bezeichnung 5 SternePlus in der Tat verwirrend. Die Kabinen mögen noch so klassisch schön sein – von der Größe her übertrifft ein moderner Neubau, zum Beispiel von Celebrity, die “Staterooms”, wie die Engländer sagen, deutlich… Einige Zimmer-Kategorien auf dem deutschen Schiff sind wirklich sehr klein und verdienen daher die offizielle Sternebezeichnung nicht.

Das ZDF Traumschiff brennt – Feuertüren halten!

Von admin, 24. Mai 2010 06:14

Nein, es handelt sich nicht um einen reißerischen Titel eines Krimis, sondern um bittere Realität: Gestern geriet der Maschinenraum der MS Deutschland, dem einzigen Schiff der Reederei Deilmann, in Brand. Das Schiff befand sich in einem kleinen norwegischen Hafen, am Abend sollte eigentlich die Rückfahrt nach Deutschland erfolgen.
Alle Passagiere, die sich an Bord befanden, wurden evakuiert, auf dem Schiff verblieben nur einige wichtige Mitarbeiter, auch wenn der Luxuskreuzer zu keiner Zeit zu sinken drohte.
Das Feuer konnte aufgrund der großen Hitzeentwicklung erst nach etlichen Stunden gelöscht werden, eine Ausbreitung wurde durch die Feuertüren verhindert.
Bereits in der vergangenen Nacht sollte die Deutschland in die Stadt Bergen geschleppt werden, um den entstandenen Schaden genau zu analysieren.
Die Passagiere werden heute nach Deutschland geflogen.

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