Seekrankheit in den Griff bekommen – Kreuzfahrten und Seekrankheit

Von DB, 24. Februar 2010 13:39

Wir berichteten bereits über die steigende Popularität von Kreuzfahrten, besonders auch in Deutschland. Gehören Sie auch zu denjenigen, die aufgrund von Ängsten, seekrank zu werden, nicht über die Weltenmeere schippern möchten? Sie sind nicht alleine! Heute geben wir Ihnen einen detaillierten Überblick, damit Sie sich schon im Vorfeld mit der See- und Reisekrankheit beschäftigen können.

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Was ist die Seekrankheit?

Seekrankheit ist der häufigste Grund, der Reisende von Kreuzfahrten abhält… Diese Reisekrankheit tritt nur auf See auf, der Körper reagiert auf die ungewohnten Bewegungen des Schiffes, welche im für die Balance zuständigen Teil im Gehirn Stress verursachen.

Das Gehirn nimmt Strukturen auf dem Schiff, zum Beispiel Wände und Möbel, wahr und weiß instinktiv, dass diese sich eigentlich nicht bewegen sollten. Durch die Schwankungen entsteht im Inneren der Ohren (Gleichgewichtsorgan) eine Art Stress oder Anspannung, welche dann die Übelkeit verursacht.

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Auch ohne Behandlung verschwindet die Seekrankheit normalerweise innerhalb weniger Tage, da sich das Gehirn der neuen Umgebung anpasst und der Reisende sich an das Meer gewöhnt.
Manchmal fällt es Kreuzfahrern insbesondere nach längeren Transatlantiküberfahrten zunächst schwer, sich wieder an das Land zu gewöhnen, man spricht von „Landkrankheit“, zum Glück eine nicht so weit verbreitete Erkankung.

Wer wird seekrank?

Die See- und Bewegungs- oder auch Reisekrankheit kann jeden betreffen. Wissenschaftler glauben, dass 90% der Bevölkerung in ihrem Leben von einer Form der Bewegungskrankheit betroffen sind. Als ein erfahrener Kreuzfahrer weiß ich nur zu gut, wie elendig man sich mit der Erkrankung fühlt, denn zu Beginn meiner Erlebnisse auf dem Wasser war auch ich einige Male von der Seekrankheit betroffen.
Dennoch überwiegt die Lust am Kreuzfahren, niemals würde ich wegen der Seekrankheit auf eine Kreuzfahrt verzichten. Ich habe gelernt, damit umzugeben. Wenn ein paar Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, wird der Urlaub auf See zu den schönsten Wochen des Jahres.

Besonders unangenehm ist es natürlich, wenn nur Sie von der Krankheit betroffen sind, nicht aber Ihr Reisepartner und Mitreisende. Das heißt aber keinesfalls, dass Sie ein “Weichei” sind, im Gegenteil… Etwa die Hälfte aller Astronauten nehmen Medikamente gegen die Bewegungskrankheit, um im All klarzukommen.

Menschen werden oft schon in kleinen Booten seekrank, oder auf Fähren. Das heißt jedoch auf gar keinen Fall, dass es auf einem Kreuzfahrtschiff auch so sein wird, denn die Bewegungen auf so einem großen Schiff sind ganz anders und werden auch anders wahrgenommen.

Was verschlimmert die Seekrankheit?

Die Seekrankheit ist nicht ansteckend und ist kein Virus, auch wenn Reisende manchmal das Gegenteil behaupten. Es gibt 3 Hauptauslöser für die Krankheit, die am besten vermieden werden sollten in den ersten Stunden auf einem Kreuzfahrtschiff.

  • Nicht unter Deck gehen für eine längere Zeit. Versuchen Sie, ein Fenster zu finden und schauen Sie auf den Horizont…
  • Sicherlich haben Sie ein Fernglas mitgebracht, oder es befindet sich sogar in der Kabine. Nutzen Sie dies jedoch noch nicht für längere Zeit!
  • Befassen Sie sich nicht zu intensiv mit einer Sache, die Ihr Gehirn als stabil interpretieren könnte. Das bedeutet: Ein Buch lesen, stricken oder sich zu sehr auf einen Kompass konzentrieren, können den Ausbruch der Seekrankheit positiv beeinflussen

Wie kann die Seekrankheit vermieden werden?

Versuchen Sie, sich zu beschäftigen – einer der besten Wege, eine Seekrankheit zu vermeiden. Es wird empfohlen, an Deck und an frischer Luft zu bleiben, und sich an irgendetwas zu orientieren, NICHT aber an dem fahrenden Schiff. Atmen Sie tief ein und aus und trinken Sie genügend Wasser, auch, auch wenn es Ihnen schwer fällt. Den meisten Reisenden hilft es, vorne auf dem Schiff zu sein, also nicht seitwärts.
Wenn Sie das berücksichtigen, wird sich Ihr Gehirn hoffentlich bald an diese neue Umgebung gewöhnen.

Wie erwähnt ist es wichtig, genügend Wasser zu trinken. Aber auch in Ihrem Magen sollte sich etwas Nahrung befinden, besonders scharve oder fettige Speisen sind aber nicht zu empfehlen.
Kreuzfahrer berichten auch, dass es schon hilft, auf einer Liege an frischer Luft zu liegen. Die meisten modernen Kreuzfahrtschiffe sind mit Stabilisatoren ausgestattet. Diese sollten eigentlich bei rauer See ausgefahren werden, Kapitäne haben aber manchmal die Anweisung, diese nur zu nutzen, wenn es wirklich schlimm ist, da durch sie der Dieseverbrauch gesteigert wird.
Als Faustregel gilt: Je größer das Schiff, desto weniger die Schwankungen. Der Kapitän der Oasis of the Seas, der bei der Überführungsfahrt von Finnland nach Amerika mit ungewöhnlich starken Winden von bis zu Stärke 10 zu kämpfen hatte, berichtete von der stabilen Lage des weltgrößten Kreuzfahrtschiffes, welche er so nicht erwartet hatte.

Wenn Sie bereits wissen, dass Sie anfällig für die Seekrankheit sind, sollten Sie eine Außenkabine buchen, die relativ weit unten und in der Mitte des Schiffes ist, denn hier sind die Bewegungen am geringsten.

Oder suchen Sie sich für Ihre erste Kreuzfahrt ein ruhigeres Fahrwasser aus. Mal von der Hurrikan-Saison abgesehen, ist die Karibik normalerweise sehr angenehm, ebenso die Innenpassage nach Alaska. Auch die Ostsee ist meist recht ruhig, wenn es auch manchmal zu unvorhergesehenen Schlechtwetterfronten kommen kann. Eine gute Wahl sind auch Flusskreuzfahrten, zum Beispiel auf der Donau. Zwar sind die Schiffe viel kleiner als die herrkömmlichen Giganten der Meere, jedoch ist die Betreuung auch intensiver; Seegang gibt es quasi nicht.
Eine Transatlantik-Kreuzfahrt ist hingegen aufgrund der vielen Seetage für Kreuzfahrt-Einsteiger nicht unbedingt zu empfehen, auch wenn der Preis noch so günstig ist. 

Was sind die besten Heilmittel gegen Seekrankheit?

Es gilt: Vorsicht ist besser als Nachsicht; die Seekrankheit lässt sich einfacher vermeiden, als sie zu heilen. Die meisten Mittel müssen einige Stunden vor Abfahrt des Schiffes genommen werden. Unterschiedliche Mittel helfen den einen besser als den anderen, Sie sollten ein paar ausprobieren, um zu schauen, welche „Wunderwaffe“ für Sie die beste ist.
Fragen Sie am besten Ihren Mediziner, um sicherzustellen, dass es keine Risiken oder Nebenwirkungen mit anderen Medikamenten gibt.

Medikamente gegen Seekrankheit

In Apotheken gibt es auch eine Reihe von Medikamenten gegen Nausea marina oder navigantium, wie die Seekrankheit im Fachjargon genannt wird. Bei gibt es Präparate wie Bonamine und Peremesin oder auch Diligan, die den Wirkstoff Meclozin enthalten, aber auch Kaugummis, die als Superpep, Travelgum und Fortravel vertrieben werden. Einige der sogenannten Reisetabletten sind rezeptpflichtig, alle haben Nebenwirkungen, wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit, vor allem im Zusammenwirken mit Alkohol. Seit vielen Jahren hat sich Stugeron bewährt, da es relativ gut verträglich ist. Dieses Medikament steigert die Durchblutung.
Sehr beliebt heute sind auch auch Patches, die wie ein kleines Pflaster hinter das Ohr geklebt werden. Diese wirken bis zu 3 Tage und geben über diesen Zeitraum Wirkstoffe an den Körper ab.

Natürliche Heilmittel gegen Seekrankheit

Ingwer ist das am meisten verbreitete natürliche Heilmittel gegen Seekrankheit. Gab es vor vielen Jahrzehnten noch hausgemachtes „Ginger Ale“ als Heilgetränk für die Kinder, enthalten die meisten am Markt erhältlichen Getränke heute kein richtiges Ingwer.
Dafür gibt es in Drogerien und Apotheken hochdosiertes Ingwer in Tablettenform. Zu nennen sei hier das Ingwerpräparat Zintona. Vorteil: Es gibt fast keine Nebenwirkungen gegenüber Medikamenten, dennoch kann es zu Sodbrennen kommen; eventuell ist das Naturmittel auch nicht so effektiv.

Armbänder gegen Seekrankheit

Spezielle Armbänder sorgen für eine Art von Akupressur, um seekranke Reisende zu entspannen. Es gibt einen PuArmband_gegen_seekrankheitnkt (knapp 4 cm über dem Handgelenk) an der Unterseite des Armes, auf den das Armband Druck ausübt. Viele Reisende schwören auf dieses „Mittel“, entsprechend hoch sind die Verkaufszahlen.

 

Was tun, wenn kein Mittel wirkt?

Sollte die Seekrankheit Sie befallen, gibt es immer die Möglichkeit, den Schiffsarzt aufzusuchen. Während meiner Transatlantikkreuzfahrt letztes Jahr musste meine Nachbarin den Doktor rufen, da ihr Mann erstmals richtig seekrank war. Der Herr bekam dann eine Spritze, die das Brechen sofort stoppte. Allerdings schlief er dann auch für die nächsten Stunden. Wie die Frau weiter berichtete, nutzte er später (bis zum Ende der Kreuzfahrt) einen Patch hinter seinem Ohr, ohne jede weitere Erkankung oder Nebenwirkungen.
Jedes Schiff hat ganz eigene Bewegungen, und manchmal gelingt es dem Gehirn offensichtlich nicht, sich anzupassen an die Schwingungen und Schwankungen, was aber zum Glück zur sehr selten vorkommt.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Seekrankheit sicherlich keine schöne Erfahrung für den Betroffenen ist, doch gibt es etliche Wege, der Krankheit vorzubeugen, sie schnell zu heilen oder zumindest den Schweregrad positiv zu beeinflussen.

Kreuzfahrten sind eine tolle Erfahrung, garantiert auch für Sie! Daher sollte Sie die Angst vor dieser Erkrankung nicht davon abhalten, eine erlebnisreiche und spannende Kreuzfahrt zu buchen.

Haben Sie noch Fragen? Gerne stehen wir Ihnen zur Verfügung!

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2 Antworten für “Seekrankheit in den Griff bekommen – Kreuzfahrten und Seekrankheit”

  1. Ingrid Hefler sagt:

    Hallo, habe mit großem Interesse Ihren Artikel gelesen. Ich gehöre auch zu den Menschen, die aus Angst vor Seekrankheit (hab es schon zweimal hinter mir) eine Kreuzfahrt unterlassen. Nun habe ich von einer Kreuzfahrt mit der Silver Wind im Indischen Ozean gelesen und frage mich buchstäblich Tag und Nacht, ob ich es riskieren soll. Könnten Sie mir evtl. sagen wie “stabil” die Silver Wind ist, da es ja ein relativ kleines Schiff ist, vergleicht man es mit den anderen Riesen. Wie ist außerdem der indische Ozean im Januar einzuschätzen? Ich wäre Ihnen für eine Antwort wirklich sehr verbunden und danke sehr herzlich im voraus. Mit freundlichen Grüßen
    Ingrid Hefler

  2. Uwe Pühse sagt:

    Herzliche Dank, sehr hilfreich. Kleine Korrektur: das Mittel heisst STUGERON (ohne t) und ist wirklich empfehlenswert.

    Beste Grüsse

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